Dorferneuerung Pietenfeld
Bericht EK vom 07.04.2006
Pietenfeld (vwi). In einer von über neunzig Personen sehr gut besuchten Versammlung konnte Bürgermeister Michael Spreng unter anderen den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft den Technischen Amtsrat Walter Maier, den Architekten Reiner Bittner und die Landschaftsarchitektin Margit Kattinger begrüßen. Schon im Jahre 1990 wurde unter Bürgermeister Hermann Hochrein die Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm beantragt. Spreng bezeichnete es als einen wahren Glücksfall für den Ortsteil Pietenfeld, dass dort die Dorferneuerung stattfindet und die Maßnahen im nächsten Jahr beginnen können.
Finanzrahmen
Der Finanzrahmen für die Gesamtmaßnahme beträgt knapp zwei Millionen Euro, wobei insgesamt eine Förderung von etwa einer Million Euro zu erwarten ist. Bürgermeister Spreng verwies darauf, dass für solche Straßenausbauten noch bis zum Jahr 2003 Förderungen aus Finanzausgleichmitteln in Höhe von ca. 50 Prozent seitens des Freistaates Bayern geflossen sind. Ab 2004 hat Bayern diese Fördermittel aufgrund seines Sparhaushaltes ersatzlos gestrichen. Der Zustand der wichtigsten Pietenfelder Straßen und des Dorfplatzes ist als sehr sanierungsbedürftig anzusehen und muss von gestalterischer Seite nicht als schön bezeichnet werden. Umso mehr ist zu handeln, solange man noch Fördermittel bekommt, die sowohl den Anliegern als auch der Gemeinde zu gute kommen.
Architekt Reiner Bittner stellte einige "Pietenfelder Eigenheiten" in den Vordergrund. So ist der Ort nicht von einer Durchgangsstraße in zwei oder mehrere Teile zerschnitten. Die Bundesstraße B 13 führte nur bis zu ihrer Verlegung im Jahre 1935 durch den Ort. Für einen Ort dieser Größe steht vergleichsweise sehr viel Raum zur Verfügung, sei es am Dorfplatz, in der Hauptstraße und in der Straße Zur Allee. Die Hauptanbindung des Ortes erfolgt über die Ampelanlage über die Kirchenstraße zur Dorfmitte. Dies hatte auch eine wichtige Bedeutung für die Planungen des Dorfplatzes, so Bittner. Eine vor wenigen Tagen erfolgte Verkehrszählung in der Kirchenstraße ergab 615 Fahrzeuge pro Tag, wobei fünfundvierzig Busse den Dorfplatz anfuhren. Die Dichte wird zunehmen, wenn die landwirtschaftliche Arbeiten wieder mehr einsetzen.
Verkehrsführung und Gestaltung des Dorfplatzes
In der Versammlung war man sich weitgehend einig vor allem wegen der Busse bei der Verkehrsführung nichts zu ändern. Der Kommentar aus den Reihen der Besucher bestätigte dies. Warum sollte man auch etwas ändern, was sich seit Jahrzehnten bestens bewährt hat. Der Dorfplatz wird einen befestigten Bereich an Verkehrsflächen und einen großen parkähnlichen Grünbereich mit verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten erhalten. Auch will man der Vergangenheit Rechnung tragen. Bis etwa 1960 war der Mittelpunkt am Dorfplatz der Dorfweiher die so genannte "Grölln". Bei der Schneeschmelze und Regenfällen floss hier das ganze Wasser der Straßen, Höfe und aus der Flur kommende Wasser zusammen. Meist wurden auch einige Häuser überflutet, ehe sich die braune Brühe über einen offenen Graben entlang der Kirchenstraße in die Flur ergoss. Trotzdem stand in der Nähe ein allen zugänglicher Dorfbrunnen aus dem noch bis zum Bau der Wasserleitung im Jahre 1957 Wasser für Mensch und Tier geschöpft wurde. Ein Brunnen oder ein Wasserspiel soll an all dies erinnern. Auch soll dieses noch zu planende Bauwerk die Grünanlagen aufwerten, so die Meinung der meisten Anwesenden.
Ausbau der Ortsstraßen
Landschaftsarchitektin Margit Kattinger stellte anschließend den Entwurfsplan der Haupt- und Kirchenstraße, Zur Allee und Postgäßchen vor. Die Straßenbreite einschließlich der Entwässerungsrinnen beträgt nach den Förderrichtlinien in der Regel 5.50 Meter. Einige Landwirte sahen in dieser Breite eine Einschränkung ihrer Beweglichkeit mit Traktoren und Maschinen. Auf der Fahrbahn parkende Fahrzeuge soll es dann nicht mehr geben, da ausreichend Parkmöglichkeit entlang der Fahrbahn eingeplant ist. Ebenso ist ein durchgängiger Gehweg vom Neubaugebiet Stadtbug bis zum Römerweg geplant. Die meisten Grün- und Randstreifen sollen so ausgebaut werden, dass diese im Notfall befahren werden können. Mehr Grün soll ins Dorf kommen, wobei die Pflanzung der Bäume auf Privatgrund erfolgen sollte. Haupthindernis für die Pflanzung auf öffentlichen Grund stellen die Versorgungsleitungen im Gehweg- und Straßenbereich dar. Eine Ausnahme bildet das Straßenstück "Zur Allee". In diesem Bereich ist so viel Platz vorhanden, dass ein großzügiger Grünstreifen mit Bäumen auf öffentlichen Grund möglich ist. Die Erfahrung aus anderen Orten mit dieser vorgesehnen Fahrbahnbreite von 5.50 Meter zeigt, dass dadurch wesentlich langsamer gefahren wird, so Frau Kattinger. Auch der Begegnungsverkehr Lkw und Busse stellt kein Problem dar.
Als weitere Planungsschritte geht es jetzt in die Feinplanung, bei der Ausbauart, Materialien, Art der Begrünung und Bepflanzung zu bestimmen sind. Erst danach kann eine realistische Kostenschätzung erfolgen. Wünsche und Anregungen seitens der Bevölkerung können immer noch eingebracht und gegebenenfalls verwirklicht werden. Diese in der Versammlung vorgestellten Maßnahmen stellen den 2. Abschnitt der Dorferneuerung dar. Die erste Maßnahme, der Umbau des alten Pfarrhauses in ein "Pfarr-, Gemeinde- und Bürgerheim" schreitet gut voran und wird bis auf den Pfarrgarten bis zum Sommer fertig gestellt sein.
Bürgermeister Spreng sprach abschließend von einer erfolgreichen Versammlung, welche Pietenfeld weiter voran gebracht hat. Alle Bewohner sind sich bewusst, dass ein ansprechendes Dorf auch die Lebensqualität entsprechend erhöht. Vor allem der Dorfplatz als Zentrum und Mittelpunkt wird immer ein Spiegelbild des Ortes sein, der nicht menschenleer sein soll, sondern weiter mit Leben erfüllt werden muss.
Bericht des EK vom 19.11.2004
| Keine Gegenstimme zur Dorferneuerung |
| Die Pietenfelder wollen die Dorferneuerung. Jedenfalls gab es am Ende der Veranstaltung auf die Frage von Bürgermeister Michael Spreng: "Wollen die Pietenfelder die Dorferneuerung?" keine Gegenstimme. |
| Bedauert wurde in der Diskussion, dass die zunächst eingeplante Fußgängerüber- beziehungsweise -unterführung der Bundesstraße 13 nicht gefördert wird. Hier sei, so Bürgermeister Spreng, auch keine Förderung vom Bund möglich. Auf Nachfrage ging Walter Landthaler von der Direktion für Ländliche Entwicklung auch kurz auf private Gestaltungen und Baumaßnahmen ein. Diese sollen zu einem späteren Zeitpunkt in einer gesonderten Veranstaltung detailliert angesprochen werden. Allgemein führte er dazu aus, dass für gestalterische Aufwertungen Förderungen im Einzelfall bis 20 000 € möglich seien. Spreng schloss die Versammlung mit den Worten, dass Pietenfeld nicht mehr den Mut zum Träumen brauche, sondern nur die Kraft zum Handeln · und die sei vorhanden. |
| Finanz- und Zeitplan für Dorferneuerung steht |
| Aufnahme des Verfahrens steht unmittelbar bevor / Start 2007 · Abschluss nicht vor 2013 |
| Die Dorferneuerung in Pietenfeld kann starten. Bei einer Informationsveranstaltung stellte Walter Landthaler von der Direktion für Ländliche Entwicklung den Finanz- und den Zeitplan vor. Wie er dabei vor mehr als 70 Bürgerinnen und Bürgern mitteilte, werden von der Direktion 935 000 € zur Verfügung gestellt. Bei der Versammlung anwesend waren auch eingebundene Funktionsträger wie das beauftragte Planungsbüro Reiner Bitner und Margit Kattinger und Ludwig Pfaller vom Amt für Landwirtschaft und Ernährung. |
| Landthaler zeigte die einzelnen Positionen auf. Die 935
000 € fließen seinen Ausführungen zufolge aber nur unter der
Voraussetzung, dass die Zuschussgeber, die Europäische Union, der Bund
und vor allem der Freistaat Bayern seine Förderungen nicht zurückschrauben.
Wie sich Landthaler ausdrückte, ist hier von der Regierung von München
einige Unsicherheit gegeben. Kürzungen sind bereits vorgenommen worden.
Die gleiche Höhe der Beteiligung wie von der Direktion ist von der
Gemeinde einzubringen.
Für Straßen und Plätze sind 415 000 € eingeplant. Dies beinhaltet den Ausbau der Hauptstraße, der Straße "Zur Allee", einen Teil der Pfünzer Straße, die Kirchenstraße, das Postgäßchen, den Dorfplatz und den Vorplatz des Feuerwehrhauses. Für Fußwege und Freizeiteinrichtungen sind 25 000 € Zuschüsse vorgesehen. Geplant sind der Ausbau einer Fußwegverbindung des Dorfes zum Baugebiet Stadtbug, eine Verbesserung des Spielplatzes am Kindergarten und eine Aufwertung der Freizeiteinrichtungen. Für den Wirtschaftswegebau sind 110 000 € eingeplant. Dies soll Zufahrtswege zu Aussiedlerhöfen und andere Anbindungen zu verschiedenen Einrichtungen der Gemeinde verbessern. Die Grünordnung nimmt bei der Dorferneuerung einen wichtigen Stellenwert ein · dafür sind 70 000 € eingeplant. Am wichtigsten aber dürfte den Pietenfeldern der Umbau des Pfarrhauses zu einem Pfarr-, Jugend- und Bürgerheim sein. Hier konnte Landthaler den Bauherrn (Kirchenstiftung Pietenfeld) mitteilen, dass mit den zugesagten Fördergelder gerechnet werden kann. Diese sind aber zweckgebunden zu verwenden. Der Baubeginn ist unmittelbar nach der Anordnung und Baufreigabe durch die Direktion vorgesehen. Auch die Geschichte des Ortes kommt nicht zu kurz. Für die Anlegung einer Dorfchronik, Erstellung einer Baufibel und Sanierung von Kapellen und Feldkreuzen sind 15 000 € eingesetzt. Für Grundstücksbegradigungen oder -ausgleiche sind 20 000 € vorgesehen. Die Ausgaben der Projektplanungen und begleitenden Beratungen und Verbandsbeiträge von gesamt 130 000 € schließen die Aufstellung ab. Dem von Landthaler vorgestellten Zeitplan zufolge wird nach der Anordnung Ende des Jahres zu Beginn des neuen Jahres die Vorstandswahl der Teilnehmergemeinschaft erfolgen. Nach der Planungsvergabe Mitte kommenden Jahres werden die Planungen knapp zwei Jahre ausmachen, bis die ersten Baumaßnahmen voraussichtlich 2007 anlaufen können. Rund sechs Jahre später dürfte die Dorferneuerung in Pietenfeld abgeschlossen sein. Zuvor hatte Bürgermeister Michael Spreng auf die Vorgänge in den vergangenen Jahren hingewiesen. Unter dem Motto "Den Mut zum Träumen und die Kraft zum Handeln" seien, so Spreng, gut 50 Pietenfelder in drei Arbeitskreisen im Jahr 2001 angetreten um ihr Dorf zukunftsfähiger zu machen. Nach gut eineinhalbjähriger Arbeit wurde das Leitbild erarbeitet, drei Seminare in Thierhaupten besucht und in einer großen Abschlussveranstaltung im November 2002 die Ergebnisse aufgezeigt. Danach folgte die Vorbereitungsarbeit der Direktion für Ländliche Entwicklung Krumbach. |